Pfadfinderei ist Kinder- und Jugendprogramm – nur das?

Nach außen hin sind die Pfadfinder in erster Linie ein Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche. Zeit, mit diesem Vorurteil aufzuräumen! Eine Ode an alle „Adults in Scouting“ unserer Gruppe. Eine Einladung, mitzumachen. Ein Dankeschön an alle!

Erwachsene Pfadfinder bei den 32ern

Es gibt ca. 85.000 derzeit registrierte – also aktive – Pfadfinder in Österreich in 300 Pfadfindergruppen (Quelle: www.ppoe.at). Unsere Pfadfindergruppe hat etwa 100 Kinder und Jugendliche. Wie viele Erwachsene, schätzen Sie, sind im Hintergrund einer Pfadfindergruppe aktiv? 5, 10, 20?
In unserer Gruppe sind es geschätzte 40 eifrige Händepaare, die Pfadfinderei als freudvolle und vielseitige Freizeitbeschäftigung sehen und die Gruppe unterstützen möchten – und es könnten stets mehr sein. Wie kommt man als Erwachsener zu diesem Hobby? Viele bleiben nach der Jugend ihrem Hobby und der Gemeinschaft treu. Sie geben in ihrer Freizeit (ehrenamtlich) die Erfahrungen und den „Spirit“ der Pfadfinderei aus ihrer eigenen Kindheit an die Kinder und Jugendlichen der heutigen Zeit weiter. Oder sie sind als Neuling dazu gestoßen, als Interessierter, oder sie haben die Pfadfinderei nach Jahren der Abwesenheit wieder neu entdeckt – sie alle haben Feuer gefangen.
Was ist das Feuer der Pfadfinderei für Erwachsene? Es ist wohl einerseits eine Art Tugend oder eine Vision, die Pfadfinderwerte weiterzugeben. Aber das alleine genügt doch nicht. Es ist auch eine Leidenschaft, ein Hobby – für alle, die gerne aktiv Gutes tun, mit Menschen zusammen arbeiten, sich selbst entdecken wollen und in einer (inter)nationalen Gemeinschaft aufgehoben sein wollen. Für Menschen jeden Alters, jeder Religion, jeglicher Herkunft, wie auch immer die körperliche Verfassung ist.
In unserer Gruppe sind derzeit 13 erwachsene Frauen und Männer mit an die hundert Kindern und Jugendlichen wöchentlich aktiv und unterwegs – im Pfadfinder-Jargon sagt man, sie führen und leiten die Kinder und Jugendlichen. Und mindestens ebenso viele Erwachsene halten im Hintergrund die Organisation am Laufen. Jeder hat seine eigenen Gründe, warum er/sie noch immer dabei ist, aber sie sind immer ähnlich: in der Freizeit mal rauskommen aus Wien, Spaß haben, etwas erleben, kreativ sein, aktiv sein, über den Tellerrand hinausschauen, Nützliches tun…

Und was tun wir so?

Hier sind einige der Tätigkeiten aufgezählt, wo Erwachsene bei uns Hand anlegen: Zelte flicken, Pfadfinderführer weiterbilden, Kuchen backen, Material aussuchen und einkaufen, Äxte schleifen, Zeltheringe geradebiegen, Material für Lager von A nach B transportieren, Verpflegung einkaufen, Auslandslager planen, Verantwortung auf Großgruppenlagern übernehmen, auf Lagern Kranke zum Arzt fahren, Sponsoren suchen, Kassabuch führen, basteln, organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen für die Gruppe schaffen, Homepage betreuen, fotografieren, am Lager vergessene Gummistiefel kaufen, Wunden verarzten, ein Sportevent planen, Geschichten vorlesen, Ideen liefern damit die Jugendlichen selbst Programm machen können, Wettbewerbe leiten, Mentoring, Schiedsrichter spielen, trösten, Mediation, Wanderungen planen und vorher abgehen, Speisepläne erstellen, Hauptverantwortlicher für Lager sein, am Erntedankfest ausschenken, Gitarre spielen, Feuer neuaufbauen wenn die Kinder es nicht können, Gute Nacht sagen, im Wald stehen und auf die nächste Gruppe bei deiner Station warten, mit dem GPS navigieren, Leute um Hilfe fragen. Verantwortung für sein Tun übernehmen.

Der Verein bildet das Dach, die Menschen machen das Programm.

Die Pfadfinderbewegung wurde von Baden-Powell mit dem Hintergedanken gegründet, Kindern und Jugendlichen friedvolle, in die Natur integrierte Aktivitäten zu bieten. Kaum war seine Idee in der Welt verbreitet, beschäftigte er sich bereits mit der pädagogischen Ausbildung der „scout leaders“, den Pfadfinderführern. Der Begriff „Führer“ ist in Österreich historisch gesehen problembehaftet, doch er bedeutet für uns in keinem Fall Diktatur. Er steht als Synonym für Wegbegleiter, für jemanden, der einem den Weg zeigt, den man dann selbst geht. Theoretisch gesehen gibt es meiner Ansicht nach zumindest drei Aspekte, die jeden Pfadfinderführer in seiner Rolle prägen:

  • Kreatives, abwechslungsreiches Programm zusammen zu stellen, aufbauend auf den Werten der Pfadfinderbewegung und den Traditionen der Gruppe: Der vordergründige Aspekt unseres Tuns. Wir haben uns Techniken angeeignet oder bei unseren damaligen Pfadfinderleitern abgeschaut, die uns ganze Zeltstädte errichten lässt und wir gestalten Programm, das zum Frieden erzieht. Im Gruppenrat (alle Pfadfinderführer) und im Elternrat (quasi ein Aufsichtsrat) entscheiden wir demokratisch über das Heute und die Zukunft der Pfadfindergruppe, als Mitarbeiter („zbV“) unterstützen wir das Tun aller Mitglieder. Das Ganze vor dem Hintergrund „mach mit“ statt „tu das“ – gemeinsames learning by doing (dt.: Lernen durchs Tun). Die Pfadfinderführerausbildung baut auf Baden-Powells Gedanken auf und wird auch heutzutage stets weiterentwickelt.
  • Als Mensch in Interaktion mit den Kindern/Jugendlichen zu treten – mit all seinen Stärken und Schwächen: So viel Zeit miteinander zu verbringen und eine wesentliche erzieherische Rolle im Leben der Kinder/Jugendlichen einzunehmen, bedeutet ohne Zweifel auch, sich auf menschlicher Ebene zu begegnen. Keine Frage, es gibt immer wieder Zeitpunkte im Leben eines Pfadfinderführers, da wird man mit eigenen Grenzen konfrontiert und man ist gefordert, selbst zu lernen und neue Wege einzuschlagen. Interaktion bedeutet auch respektvoller Umgang mit allen. Alle sind anders – alle sind auch gleich. Ist man mit offenen Augen und Ohren unterwegs, lernt man stets dazu. Auch oder oft gerade von Kindern.
  • In Interaktion treten und Beziehungen auch zu den „Pfadfinderkollegen“, den Gleichaltrigen, pflegen: Hier bist du nicht alleine. Wir arbeiten gemeinsam an unseren Projekten. Wir finden Ideen, treffen Entscheidungen, packen gemeinsam mit an. Daraus resultieren Erlebnisse, Erinnerungen – definitiv ein hoch motivierender Faktor! Die Gemeinschaft endet nicht bei den Kindern/Jugendlichen, wir leben sie auch als Erwachsene und wir er-leben gemeinsam, wie aus wenig viel gestaltet wird.

Realistisch betrachtet, Ehrenamtlichkeit ist keine Selbstverständlichkeit. Tatsächlich sind die Wenigsten ihr ganzes Leben lang aktiv in der Pfadfindergruppe tätig. Wenn man es in der Jugend geschafft hat, den unzähligen Wortmeldungen Gleichaltriger („Pfadfinder? Ist ja voll uncool“) entgegenzutreten – steht man spätestens als 20-jähriger vor der Wahl: mach ich weiter als Pfadfinderführer oder hör ich auf? Neben Ausbildung, Arbeit und Kindern steht man als Erwachsener immer wieder vor der Situation, die eigene Freizeit und auch die Pfadfinderei darin einteilen zu müssen. Schließlich sind wir im Regelfall auch anderweitig in unserer Freizeit recht aktiv und haben andere Freundeskreise, die wir auch gerne sehen.
Wenn man 1+1 zusammenzählt, ist die klare Konsequenz: eine Pfadfindergruppe kann nicht von 10 Erwachsenen alleine erhalten werden. Es muss ressourcentechnisch immer so sein, dass viele Menschen zusammen helfen, um viel zu bewegen. An dieser Stelle sei ein herzliches Dankeschön an all jene ausgesprochen, die unsere Gruppe zu dem machen, was sie ist – eine lebendige Gemeinschaft an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen!

Wie wird man als Erwachsener bei den 32ern Pfadfinder?

Helfende Hände sind immer gerne gesehen, nicht nur im Betreuungsteam. Die Türen im 32er-Team stehen immer offen, um vorbei zu kommen, reinzuschnuppern, auszuprobieren, Pfadfinderluft zu schnuppern. Es beginnt, so wie auch neue Kinder bei uns beginnen: ein Anruf oder eine Mail an das Betreuungsteam genügt. Schließlich sind Erwachsene auch nur ältere Kinder!

Lust auf’s andocken? ichwillauch

Wichtel oder Wölfling werden

Bist Du zwischen sieben und neun Jahre alt und besuchst die 2. bis 4. Klasse Volksschule? Wir freuen uns auf Dich!
Unsere Heimstunden finden jeweils Montags von 17:45 bis 19:15 statt. Komm einfach vorbei, wir freuen uns auf Dich!

Umso mehr freuen wir uns, wenn Du uns schon vorher eine kurze E-Mail schickst, und uns erzählst:

  • Wie heißt Du?
  • In welche Schulklasse gehst du gerade?
  • Sind Deine Geschwister oder Freunde schon bei uns?

Schick Deine Mail an wiwoe. Wie geht es dann weiter? Du kannst zwei Heimstunden lang schnuppern. Dann kannst Du dir vorstellen was Du bei uns so alles erleben kannst, und meldest Dich an oder ab.

 

SPREACE – das Peace-Camp der GuSp zu Pfingsten 2015

Zu Pfingsten 2015 fuhren wir in den kalten Norden – ins Waldviertel. Dort ist ein Tal mit Bach und Wiesen, einem coolen, alten Haus und wir durften dort unsere Zelte aufschlagen.

Dieser Platz heißt Seedcamp und ist bei Regen etwas gatschig, aber egal. Wir waren insgesamt 80 GuSp aus unserer Kolonne und die 32er haben die meisten Kinder mitgehabt.

Am ersten Abend hat es geregnet. Da waren wir in einem Hangar und jede Patrulle hat Spiele oder Lieder zum Besten gegeben. Es war super Stimmung.

Am nächsten Tag war Patrullenwettkampf. Das war ein Stationenlauf zu den 8 Schwerpunkten und wir liefen sozusagen im Kreis im Gatsch herum. Die 32er holten sich wieder einmal den ersten Platz! Gratulation den Bären!!!

Am letzten Abend kochten wir Gulasch auf offenem Feuer – das war ein Patrullenwettkochen. Wären unsere Kochstellen nicht überflutet gewesen, wäre das sehr einfach gewesen. Danach hatten wir „Open Space“. Da gab es von jeder Gruppe verschiedenste Abend-Angebote. Wir spielten Capture the Flag und machten ein Lagerfeuer – das gehört einfach zu jedem Lager dazu!

Am nächsten Tag mussten wir wieder mit dem Bus nach Hause und haben unsere Zelte abgebaut. Beim Lagerabschluss sahen wir, dass unser Friedensbäumchen übers Lager hinweg ziemlich groß gewachsen ist und pflückten uns ein Lagerabzeichen vom Baum.

Tipps für den Umweltschutz

Umweltschutz geht auch GuSp was an! Täglich hören wir in den Medien, was man alles tun kann, um die Welt vor der Zerstörung zu retten. Manche Ideen sind einfach, manche schwer. Das haben wir an realistischen Ideen gesammelt – Dinge die wir bereits umsetzen:
Das tun die GuSp schon für den Umweltschutz, wobei uns einiges schwerer fällt als anderes:

GuSp_Umweltschutz

RaRo Sommerlager 2012 – Jeg forstår ikke

 „Jeg forstår ikke“ – „Ich verstehe nichts…“ Endlich mal wieder ein Auslandlager der Rotte Camelot. Lange überlegten und diskutierten wir wohin wir eigentlich fahren wollten, bis wir uns schließlich für Nordeuropa entschieden, genauer gesagt für Norddeutschland und Dänemark. Mit dabei waren Céline, Kathi, Marion, Matthias, Clemens, Dani, Stoffl, Sonja und ab der zweiten Woche dann auch noch Tamara.

Samstag, 7.7.2012

Das erste Ziel unserer Reise war Hamburg und da das doch ziemlich weit von Wien entfernt ist, beschlossen wir diesmal per Flugzeug anzureisen. Also trafen wir uns um 4:45 am wiener Flughafen und waren einige Stunden und eine Zwischenlandung später in Hamburg. Die Flugzeit verbrachten wir damit in einer der bekanntesten und höchst angesehensten Zeitungen Deutschlands zu lesen, der „Bild“. Vor allem

Jeg forstår ikke“ – „Ich verstehe nichts…“ Endlich mal wieder ein Auslandlager der Rotte Camelot. Lange überlegten und diskutierten wir wohin wir eigentlich fahren wollten, bis wir uns schließlich für Nordeuropa entschieden, genauer gesagt für Norddeutschland und Dänemark. Mit dabei waren Céline, Kathi, Marion, Matthias, Clemens, Dani, Stoffl, Sonja und ab der zweiten Woche dann auch noch Tamara.

Samstag, 7.7.2012

Das erste Ziel unserer Reise war Hamburg und da das doch ziemlich weit von Wien entfernt ist, beschlossen wir diesmal per Flugzeug anzureisen. Also trafen wir uns um 4:45 am wiener Flughafen und waren einige Stunden und eine Zwischenlandung später in Hamburg. Die Flugzeit verbrachten wir damit in einer der bekanntesten und höchst angesehensten Zeitungen Deutschlands zu lesen, der „Bild“. Vor allem Kathi, Matthias und Clemens waren von dieser Zeitung ganz begeistert und   erzählten uns noch Tage nachher von einem sehr interessanten Artikel, laut dem Obstfliegen bei 30°C homosexuell werden… In Hamburg angekommen trafen wir uns mit zwei deutschen Pfadfindern, in deren Heim wir übernachten durften. Während wir auf die Beiden warteten, fielen uns einige Leute auf, die wie Hippies angezogen waren. Genau an diesem Tag war in Hamburg nämlich der „Schlagermove“, eine Art Umzug in der Stadt, bei dem Schlager gespielt werden und halb Hamburg in Hippie-Kleidung mitfeiert. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so fuhren wir zum Heiligengeistfeld und der Reeperbahn, wo der Schlagermove stattfindet. Bereits die U-Bahn war gesteckt voll mit leicht angeheiterten und Schlager grölenden Hippies, das war aber immer noch nichts gegen das, was uns in der Stadt erwartete: Alle Leute waren hier wie Hippies angezogen und es waren verdammt viele Leute. Wir kamen mit dem Fotografieren und Filmen gar nicht mehr richtig nach. Als wir (vor allem Matthias und Clemens) dann genug von den ganzen Verrückten hatten, gingen wir zum Rathausplatz und stärkten uns mit Currywurst. Danach ging es noch in die Kaffeerösterei, ein ziemlich leiwandes Café in der Speicherstadt, denn Kaffe hatten wir zu diesem Zeitpunkt alle dringend nötig. Als nächstes schauten wir uns das Miniaturwelt Wunderland an, eigentlich ein Modelleisenbahnmuseum, in dem verschiedene Länder nachgebaut wurden. So gibt es zum Beispiel die Schweiz, die österreichischen Alpen, Amerika, Skandinavien, einen Flughafen und natürlich auch Hamburg. Es wurde hier sehr viel Wert auf die kleinen Details gelegt und überall sind kleine lustige Szenen versteckt. So entdeckten wir zum Beispiel Pippi Langstrumpf mit dem kleinen Onkel oder eine Schweizer Schokoladenfabrik. Zum Abendessen gingen wir nochmals zum Rathausplatz. Dort fand auch gerade ein Festival statt. Wir bestellten Flammkuchen und Maultaschen und Clemens ein Bier, woraufhin die Kellnerin erklärte, dass das ein Weinfestival sei und es hier natürlich kein Bier gäbe! Daraufhin wollte er dann einen weißen Spritzer haben, was die Kellnerin nicht ganz verstand, denn in Deutschland heißt der weiße Spritzer „Weinschorle“. Jaja, die Deutschen und ihre Sprache…

Sonntag, 8.7. 

Eigentlich hatten wir ja vor früh aufzustehen, um uns den Altoner Fischmarkt anzusehen, das klappte aber nicht so ganz. Wir waren einfach zu müde. Kurz bevor er zusperrte waren wir dann endlich dort, hatten aber eigentlich noch genug Zeit eine kleine Runde zu drehen und uns den Markt anzuschauen. Von den Landungsbrücken aus machten wir eine Hafenrundfahrt.  Maurice, der Typ, der die Ansagen macht, machte dabei einige Witze über uns Österreicher…sehr lustig, aber ansonsten eine schöne Rundfahrt. Nach der Hafenrundfahrt gingen wir wieder an den Landungsbrücken entlang und kauften uns Fischbrötchen. Dann gingen wir in einen Park beim Michel, dem Wahrzeichen der Stadt, aßen zu Mittag und schliefen danach alle fast ein. Kurz bevor wirklich alle einschliefen, schafften wir es dann doch uns aufzurappeln und weiterzugehen. Wir schauten und also kurz den Michel an, dann gingen wir in Richtung Speicherstadt und Hafencity, dem modernen Stadtteil Hamburgs. Dort setzten wir uns dann noch in ein Café. Danach legten wir uns direkt beim Wasser in die Sonne und konnten geradezu beobachten, wie der Regen direkt auf uns zu kam. Da wir alle keine Regenjacken mithatten, stellten wir uns zuerst unter in der Hoffnung es würde schon bald wieder aufhören, beschlossen dann aber, als wir merkten, dass es das nicht tat, ins Heim zurückzufahren. Dort legten wir uns alle hin und machten Powernapping, bevor wir begannen Abendessen zu kochen. Nach dem Abendessen hatten wir wieder genug Kraft, um noch  mal in die Stadt zu fahren. Nach einigem Überlegen entschieden wir uns für das Duckstein-Festival an der Binnenalster und nicht für die Reeperbahn, denn die wollten wir uns für unseren letzten Abend aufheben. Das Festival war ganz nett. Es war direkt am Wasser und es gab Livemusik, die bei manchen von uns mehr bei anderen weniger gut ankam. Und diesmal gab es auch Bier.

Montag, 9.7. 

Gleich nach dem Aufstehen machten Dani und Stoffl sich auf den Weg unser Mietauto und die Kiste mit unserem Kochgeschirr und Gaskochern abzuholen. Eigentlich hatten wir diese ja von Wien aus zu Danis Tante, die in Hamburg wohnt, geschickt, aber aus irgendeinem uns nicht bekannten Grund, konnte der Zustelldienst die Adresse nicht finden und daher mussten wir sie von einer der Filialen abholen. Und damit hatten wir noch relativ großes Glück, denn sie hätte ja auch nach Wien zurück geschickt werden können und wie hätten wir ohne das Geschirr und die Gaskocher kochen sollen?! Währenddessen frühstückten wir anderen, gingen einkaufen, wobei Matthias uns in die falsche Richtung führte (jaja, er wollte es ja nicht glauben…), und packten unsere Sachen. Als Dani und Stoffl dann mit dem Auto zurückkamen und Stoffl sich auch an das Auto gewöhnt hatte – natürlich ganz ohne, dass der Motor abstirbt oder wir fast einen Unfall gebaut hätten… – fuhren wir nach Lübeck. Dort aßen wir vor dem Wahrzeichen der Stadt, dem Lübecker Tor, zu Mittag. Danach teilten wir uns auf, um uns die Stadt anzuschauen. Besonders wichtig war natürlich das Café Niederegger, wo wir uns das berühmte Lübecker Marzipan kauften. Echt voll gut! Als nächstes ging es nach Travemünde, ein kleiner Ort an der Ostsee. Unser Campingplatz befand sich auf der Halbinsel Priwall, weshalb wir die  Fähre nehmen musste. Da wir keine Lust hatten unsere Zelte im Regen aufzubauen, besichtigten wir stattdessen ein altes Segelschiff, die „Passat“. Als es dann aufgehört hatte zu regnen, konnten wir endlich unsere Zelte aufbauen, den Lagerplatz mit Österreich-Flaggen abstecken und anfangen zu kochen. Es gab Gröstl, gegessen wurde im Stehen unter einer Kofferraumdeckel-Planen-Konstruktion. Danach gingen alle mit Ausnahme von Matthias und Clemens noch an den Strand. Hier gab es viele (tote) Quallen, die uns ziemlich faszinierten. Außerdem gab es auch noch die für die Strände Norddeutschlands typischen Strandkörbe. Zufällig war gerade „Strandkorb-Happy Hour“, das heißt man bekam den Strandkorb zum halben Preis und zusätzlich noch Sekt. Also mieteten wir uns zwei Strandkörbe, quetschten uns jeweils zu dritt hinein, was den großen Vorteil hatte, dass es nicht so kalt war, und verbrachten den Abend Sekt trinkend am Strand.

Dienstag, 10.7. 

Nach dem Frühstück, Zelt Abbauen und Auto Einladen fuhren wir mit der Fähre zurück nach Travemünde. Dort machten wir eine kleine Runde durch die Stadt und setzten uns in ein Café am Hafen. Hier aßen wir Milchreis und Fischbrötchen, laut Stoffl das beste überhaupt. Dann fuhren wir in den Eselpark Nessendorf, denn für den hatten wir schon in Hamburg einen Folder gefunden und seitdem wollten wir alle die „gigantischen Riesenesel“ sehen. Die waren dann auch wirklich abartig groß. Ansonsten gab es außer einem neugeborenen Eselfohlen nicht allzu viel zu sehen, laut Kathi war es aber trotzdem „eindeutig das Highlight des gesamten Lagers“… Von dort aus fuhren wir dann auf die Insel Fehmarn nach Puttgarden, von wo aus wir die Fähre nach Dänemark nahmen. Und dann 45 Minuten später (während welcher Stoffl die mitfliegenden Möwen gefüttert hatte), waren wir endlich in Dänemark. Von Rödby fuhren wir nach Marielyst, wo wir auf einem Campingplatz direkt am Strand übernachteten. Das mussten wir natürlich gleich ausnutzen und gingen alle trotz der eher niedrigen Temperaturen schwimmen. Nachdem wir uns dann wieder etwas aufgewärmt hatten, begannen wir unser Abendessen (Käsespätzle) zu kochen.

Mittwoch, 11.7. 

Heute fuhren wir in der Früh an die Südküste Dänemarks. Dort machten wir einen Geocash, den wir dank Kathis gutem Orientierungssinn schnell fanden. Dann gingen wir zum Sydstenen Gedser, dem südlichsten Punkt Dänemarks. Da es gerade angenehm warm war und sogar die Sonne schien, nutzen wir die Wiese, um etwas zu chillen. Später fuhren wir dann in die Stadt Marielyst und aßen das „Nationalgericht“ der Dänen: Hotdog. Außerdem mussten wir noch fürs Abendessen einkaufen. Es wurde ein ziemlich großer Einkauf, da wir vorhatten am Strand zu grillen, denn am Campingplatz gab es direkt am Strand Feuerstellen. Zurück am Campingplatz spielten wir kurz mit unserem gerade erst gekauften Ball, bis ihn die beiden Burschen in die Büsche schossen und ihn nicht wiederfanden. Während sie also suchten, gingen Marion, Kathi, Céline und Sonja den nächsten Geocash am Strand suchen. Der war nur leider nicht wirklich am Strand, sondern im Meer versteckt. Also ab ins kalte Wasser zu den vielen lieben Quallen. Marion und Céline wollten wegen diesen nicht ins Wasser gehen, Kathi und Sonja versuchten es, fanden den Geocash aber leider trotzdem nicht. Schlussendlich waren wir gezwungen mit dem Suchen aufzuhören, denn es war echt ziemlich kalt. Clemens und Matthias hatten den Ball immer noch nicht gefunden (sie hatten auch laut Dani nach etwa zwei Minuten mit dem Suchen aufgehört), woraufhin Dani es versuchte und ihn natürlich prompt fand. Am Abend grillten wir dann wie geplant am Strand. Da unsere Getränke nicht kalt genug waren, kam Clemens auf die Idee sie in eine Kiste zu geben und die ins Meer zu stellen, denn das ist ja kalt. Die Kiste war innerhalb weniger Minuten voller Algen, die Dosen voller Salz, und ihr Inhalt nicht kälter. Aber egal, einen Versuch war es auf jeden Fall Wert. Als wir warteten, dass die Glut endlich heiß genug ist, kamen wir noch auf die grandiose Idee eine Qualle zu fangen und zu grillen, nur damit wir wissen, wie das aussieht. Also machte sich Clemens mit einem Stecken bewaffnet auf Quallenjagd. Als die Qualle dann im Feuer lag, begann sie zu schrumpeln und auszulaufen. Sah echt eklig aus. Das Essen war richtig gut. Es gab sehr viel Fleisch und Fisch, aber auch etwas Gemüse. Den restlichen Abend über chillten wir am Strand.

Donnerstag, 12.7. 

Am heutigen Tag hatten wir eine relativ lange Autofahrt vor uns. Um das ganze also etwas aufzulockern, beschlossen wir noch einen Geocash zu machen. Diesmal war es ein „Multi“, also ein Cash, bei dem man Koordinaten für den ersten Punkt bekommt, bei dem man dann ein kleines Rätsel lösen muss, um an die Koordinaten des nächsten Punktes zu kommen. Im Prinzip also wie Schnitzeljagd, nur mit Koordinaten. Dieser Cash befand sich in einem kleinen Wald. Den ersten Punkt fanden wir ohne große Probleme, irrten uns dann aber bei den Koordinaten für den zweiten Punkt. Wir mussten nämlich Runen, die in einen Stein eingraviert waren, mit Hilfe einer Legende in Zahlen übersetzen. Dabei machten aber Kathi und Sonja einen Fehler, weshalb wir falsche Koordinaten bekamen und in die falsche Richtung gingen. Als wir das bemerkten, hatten wir aber keine Lust mehr zum Runenstein zurück zu gehen. Da hatte Matthias die Idee, dass wir die Runen auch von einem der Fotos, die wir vom Stein gemacht haben, ablesen können. Nur leider, waren die Runen am Foto noch schwerer abzulesen, und wir bekamen erneut falsche Koordinaten. Also irrten wir etwas im Wald herum, bis wir beschlossen, doch noch mal zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Diesmal konnten wir dann alles richtig übersetzen und fanden dann auch den nächsten Punkt. Hier überprüften wir unser Ergebnis dann doppelt und dreifach, bevor wir uns wirklich sicher waren, alles richtig gemacht zu haben. Schließlich fanden wir dann wirklich noch den Cash und legten ein ziemlich altes und verrostetes Hufeisen, das wir im Wald gefunden hatten, in die Kiste. Nachdem wir dann auch wieder den Weg zu unserem Auto gefunden und Mittag gegessen hatten, fuhren wir weiter zu den Kreideklippen bei Møns Klint. Da es schon relativ spät war und wir noch ein Stück zu unserem Campingplatz fahren mussten, machten wir hier nur einen kurzen Stopp und schauten uns die Klippen von oben an. Die schauten schon echt ziemlich cool aus, so ganz weiß und sie waren auch echt hoch. Nach mindestens einer weiteren Stunde Autofahrt, während der fast alle schliefen, kamen wir endlich in Slagelse an. Es war bereits 19:00 Uhr, weshalb am Campingplatz bereits alles, also auch die Rezeption, geschlossen war. Und zusätzlich fing es gerade wieder an zu regnen. Nicht sonderlich stark, aber trotzdem hatte keiner von uns so wirklich Lust noch die Zelte aufzubauen und dann noch im Regen zu kochen und zu essen. Und da wir so wie so noch mit der Besitzerin vom Campingplatz telefonieren mussten, um uns anzumelden, konnten wir auch gleich fragen, wie viel denn eine der kleinen Hütten kosten würde. Und da die zu unserer Überraschung nicht viel teurer war, als der normale Stellplatz für die Zelte, beschlossen wir uns ausnahmsweise diesen Luxus zu leisten. Die Hütte bestand aus einem Raum, mit einer kleinen Küche, einem Esstisch, zwei Stockbetten und einer Schlafkoje mit weiteren zwei Betten, zu der man über eine Leiter hinaufklettern musste. Da wir acht Leute waren, es aber nur sechs Betten gab und wir uns natürlich nicht einigen konnten, wer wo schläft, wurde ausgelost: Céline und Sonja bekamen die „Liebeskoje“, Kathi, Stoffl, Dani und Clemens die Stockbetten und Marion und Matthias mussten leider am Boden schlafen.

Freitag, 13.7.

Eigentlich hatten wir ja vor uns die Wikingerfestung Trelleborg anzuschauen (deshalb haben wir auch in Slagelse, also in der Nähe von Trelleborg, übernachtet), aber am Vortag ist es sich einfach nicht mehr ausgegangen. Und da wir heute nach Kopenhagen fahren und genug Zeit haben wollten, uns die Stadt auch anzuschauen, beschlossen wir das mit der Festung zu verschieben. Also machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg nach Kopenhagen. Dort angekommen suchten wir erst einmal das Heim der Pfadfindergruppe, bei der wir übernachten durften. Dort angekommen kochten wir erst mal und aßen zu Mittag. Es gab Köttbullar bzw. Minifrikadeller mit Kartoffelpüree. Juhuu, das erste Mal, dass wir mittags nicht seltsames Striezel-Weißbrot essen mussten! Nachmittags gingen wir in die Innenstadt, schauten uns den Hautplatz mit dem Rathaus und Amalienborg Slot an. Dann gingen wir zum Hafen, um uns die kleine Meerjungfrau, das Wahrzeichen der Stadt anzuschauen. Die Statue ist wirklich nicht groß, sie heißt ja nicht umsonst „kleine“ Meerjungfrau. Nachdem alle genügend Fotos von ihr gemacht hatten, gingen wir wieder zurück in Richtung Heim, was ein ganz schön langes Stück ist. Unterwegs fanden wir noch eine nette Bar, bei der man auf einem kleinen Boot, auf dem Sand aufgeschüttet war, sitzen konnte. Marion, Stoffl und Dani blieben dort noch eine Weile sitzen, während die anderen fünf ins Heim vorgingen, um schon mit dem Kochen anzufangen. Leider bedachten wir nicht, dass Kopenhagen eine Hafenstadt ist, es also fast überall kleine Kanäle, manchmal auch ohne Brücken, gibt. Als wir dann vor so einem standen und deswegen einen großen Umweg machen mussten, um ins Heim zu kommen und es dann auch noch anfing zu regnen, waren wir natürlich nicht ganz so begeistert. Irgendwann fanden wir dann doch einen kanalfreien Weg zum Heim. Dort angekommen kochten wir Geschnetzeltes mit Reis und Melanzani und warteten auf die anderen Drei. Auch die hatten sich etwas verlaufen und nahmen sogar einen noch längeren Umweg. Aber schlussendlich hatten wir alle zurück gefunden. Wir sind ja schließlich nicht umsonst Pfadfinder… Den Abend ließen wir ganz „entspannt“ und ruhig beim Kartenspielen ausklingen…

Samstag, 14.7. 

In der Früh wurden wir von der dänischen Pfadfindergruppe überrascht, als drei von ihnen plötzlich in der Tür standen. Da waren wir dann doch schneller munter als wir eigentlich nach dem letzten Abend erwartet hätten. Nach dem Frühstück schauten wir uns Christiania an, ein Freistaat mitten in Kopenhagen. Christiania wurde auf ehemals militärischem Gebiet gegründet, nachdem dieses aus Protest besetzt worden war. Besonders bekannt ist es für den Handel mit Hasch und wirklich, solche großen Joints, wie die, die die Leute hier rauchten, hatte bisher keiner von uns gesehen. Ansonsten gab es einen Markt, auf dem hauptsächlich Souvenirs verkauft wurden, ein paar Bars und Cafés und sonst Wohnhäuser. Insgesamt wirkte alles doch heruntergekommener und weniger Hippie-like als erwartet. Von hier aus gingen wir zur Erlöserkirche, bei der man über Wendeltreppen (die letzten Meter sogar im Freien) auf den Turm steigen kann. Von oben hatte man einen schönen Blick über Kopenhagen und außerdem war es schon echt cool und etwas schwindelerregend auf den Treppen außen am Turm. Als wir wieder unten ankamen, fand gerade ein Begräbnis eines Bewohners von Christiania statt. Daher standen lauter seltsame Leute herum, die vor der Kirche Bier tranken und Joints rauchten. Nachmittags teilten wir uns wiedermal auf und jeder konnte machen, was er wollte. Damit auch wirklich alle Klischees erfüllt wurden, teilten wir uns in zwei Gruppen: die Burschen fuhren zur Carlsberg-Brauerei und die Mädels gingen in die Innenstadt shoppen… Abends trafen wir uns dann wieder im Heim. Da es hier eine echt gut ausgestattete Küche gab und wir das natürlich ausnutzen mussten, gab es heute mit Käse überbackene Schinkenfleckerl. Voll lecker! Danach gingen wir nochmal zum Bahnhof, wo wir Tamara abholten. Während der ersten Lagerwoche war sie noch auf Maturareise in der Karibik, weshalb sie erst jetzt zu uns stieß. Wir begrüßten sie (schön peinlich) mit einem Bogaloo und einer extra für sie gedichteten Strophe: „let me see bikini girl – What did you say? – I said Tamara, Ta- Tamara…“

Sonntag, 15.7.

Heute holten wir die Besichtigung der Wikingerfestung Trelleborg nach. Da sie auch fast auf unserem Weg lag und wir nur einen kleinen Umweg machen mussten und an diesem Tag eh noch nicht wirklich etwas vorhatten, war das auch kein Problem. Bei der Festung fand gerade ein Wikinger-Festival statt, das heißt einige Leute/Freaks spielten dort für zwei Wochen Wikinger mit allem, was dazugehört: sie trugen passende Kleidung, die sie selbst gemacht hatten (sogar die Schuhe!), schliefen in Zelten aus Schafwolle und lebten so authentisch, wie möglich. Das war echt voll cool anzusehen. Mittags gab es dann einen Schaukampf. Auch das war sehr cool, vor allem weil die meisten Kämpfer echt Spaß dabei hatten. Besonders begeistert waren wir alle von einem Typen, den wir Olaf nannten, denn der sah aus wie ein echter Wikinger. Olaf steigerte sich total in den Kampf hinein, gewann aber auch immer, außer einmal und da war er dann ganz schnell verschwunden… Wir hatten wirklich Glück, dass zu dieser Zeit das Festival war, denn die Festung selbst besteht nur mehr aus Mauerresten und ohne Führung und Erklärung konnte man sich eher weniger gut vorstellen, wie es hier früher einmal ausgesehen haben könnte. Als nächstes fuhren wir zu einem weiteren Wikingermuseum nach Latby. Außer dem kleinen Museum gab es noch einen sehr lustigen Film und ein extrem altes Wikingerschiff zu sehen. Das Schiff war unter einem Hügel entdeckt worden und diente als Grab für einen Wikingerfürsten. Im Museum bat sich dann noch eine andere Gelegenheit: Matthias hatte irgendwann während einer Heimstunde gewettet, dass er ein Netzleiberl anzieht, wenn Stoffl das auch macht. Nur hatte er damals nicht daran gedacht, dass Stoffl sehr schnell zu so was zu haben ist. Eigentlich wollten wir die Wetteinlösung ja in Hamburg auf der Reeperbahn machen, nur leider konnten wir keine zwei Netzleiberl auftreiben (die Teile waren einfach zu teuer…). Im Museum gab es zwar keine Netzleiberl, dafür aber ein Kettenhemd, was zwar nicht ganz so gut, aber auch etwas peinlich war. Dieser Moment musste natürlich auch auf Foto und Video festgehalten werden. Naja, insgesamt ist Matthias wohl eh noch gut weggekommen. Man stelle sich ihn und Stoffl im Netzleiberl auf der Reeperbahn nur mal vor. Das wäre schon um einiges peinlicher für ihn geworden… Unser heutiger Campingplatz lag wieder direkt am Meer. Abends aßen wir dann mit Blick aufs Wasser. Zu essen gab es Hot Dog und Kaiserschmarren nach Rezept von Clemens (mit ungefähr einem Kilo Zucker). Der einzige Nachteil an unserem Essensplatz war, dass es hier sehr windig und dadurch auch sehr kalt war.

Montag, 16.7. 

 In der Früh fuhren wir zum Naturschutzgebiet Fyns Hoved. Als wir auf dem Weg dorthin waren, fing es an ziemlich stark zu regnen, so dass wir eigentlich keine Lust hatten wandern/spazieren zu gehen. Wir fuhren trotzdem weiter und als wir beim Naturschutzgebiet ankamen, hörte es auch schnell wieder auf zu regnen. Irgendwann konnten wir uns dann sogar überwinden aus dem Auto auszusteigen, obwohl es draußen sehr windig und kalt war. Wir gingen einen der Rundwege, wofür wir etwa eine Stunde brauchten. Die Landschaft war hier echt schön. Das Gebiet liegt direkt am Meer und bei Ebbe bilden sich einige Salzseen. Kaum waren wir alle ins Auto eingestiegen, begann es auch schon wieder stark zu regnen. Da hatten wir also noch mal Glück gehabt. Da das Wetter an diesem Tag nicht sonderlich gut war, fuhren wir anschließend zu unserem nächsten Campingplatz. Genau als wir anfingen die Zelte aufzubauen, fing es wieder an zu regnen, weshalb wir nochmal schön nass wurden. Den restlichen Tag über blieb es dann aber trocken. Deswegen konnten wir sogar den zum Campingplatz gehörenden Whirlpool (natürlich im Freien) nutzen. Céline, Dani und Sonja war es dann aber doch eher zu kalt. Die Anderen waren hoart und gingen ins Wasser, kamen aber nach einiger Zeit doch ziemlich erfroren dreinschauend wieder heraus. Heute grillten wir mal wieder, was, da die Grillkohle nicht heiß genug wurde, mehr oder weniger den ganzen Abend in Anspruch nahm.

Dienstag, 17.7. 

Heute ging es endlich ins Legoland! Gleich nach dem Frühstück fuhren wir los und trotzdem war es, als wir dort ankamen, bereits voll. Wenigstens hatten wir die Eintrittskarten schon am Vortag am Campingplatz gekauft und mussten uns deshalb nicht mehr an der Kassa anstellen. Als erstes fuhren wir mit der „Vikings River Splash“, bei der man zu neunt in einem runden Gefährt sitzt und am Ende eine Art Wasserrutsche hinunterfährt. Das spritzt natürlich ganz schön, weshalb wir Mädels alle unsere Regenjacken anzogen. Stoffl, Matthias und Clemens waren aber der Meinung, dass sie sicher nicht nass werden und zogen sich ihre nicht an. Und prompt erwischte es einen von ihnen: Clemens T-Shirt war nach der Fahrt total  nass, weshalb er es ausziehen und stattdessen seine Weste anziehen musste. Bei der nächsten Bahn versuchte Clemens mitzufilmen, hatte aber nicht bedacht, dass alles per Video überwacht wird. So wurde er mitten während der Fahrt ermahnt und kam nicht dazu den coolen Teil der Fahrt zu filmen. Bei einer der Fahrten kam Clemens auf die Idee für das Foto seine Weste aufzumachen und mit nacktem Oberkörper zu posen (sein T-Shirt war immer noch nass). Matthias, der neben ihm saß, zeigte noch zusätzlich auf ihn. Das Foto war echt voll lustig, aber als Stoffl es kaufen wollte, wurde es sofort von der Verkäuferin zensiert und wir bekamen es leider nicht – so konnten wir nur unseren wir-schauen-alle-ernst Schnappschuss erstehen. Ansonsten gab es noch das Miniland, in dem berühmte Sehenswürdigkeiten aus Legosteinen nachgebaut waren, unter anderem die Freiheitsstatue, die Akropolis oder Amsterdam. Nachdem wir dann alle Bahnen ausprobiert und diverse Souvenirs gekauft hatten, ging es wieder zurück zu dem Campingplatz, auf dem wir schon am Vortag übernachtet hatten. Von dem anstrengenden Tag sehr erschöpft, gingen wir schon bald schlafen.

Mittwoch, 18.7. 

Unser heutiges Ziel war die Insel Fanø. Mit dem Auto fuhren wir nach Esbjerg, von wo aus wir die Fähre zur Insel nahmen. Nach etwa zehn Minuten waren wir dann auf der Insel. Dort fuhren wir durch die kleine Hauptstadt in Richtung Strand. Der Strand hier war wirklich riesig! Er war einige Kilometer lang und bei Ebbe auch sehr breit. Wir fuhren mit dem Auto direkt am Strand (also am Sand!) und filmten während der Fahrt aus dem Auto. Irgendwo blieben wir dann mitten am Strand stehen, um Mittag zu essen. Da es leicht regnete machten wir ein Picknick im Auto. Dann fuhren wir auf der Suche nach einem Campingplatz nach Rindby, wo wir auch einen echt schönen fanden (geniale Duschen!!). Nachdem wir unsere Zelte ein letztes Mal aufgebaut hatten, ging es noch mal an den Strand. Diesmal stiegen wir dann auch aus dem Auto aus und machten eine kleine Wattwanderung. Marion, Stoffl, Dani und Sonja trauten sich sogar mit den Füßen in die Nordsee. Marion ging sogar etwas zu weit hinein, so dass nachher ihre Hose ziemlich nass war. Als nächstes fuhren wir nach Sonderhø, eine weiter kleine Stadt auf der Insel, mit alten Häusern, von denen viele reetgedeckte Dächer haben. Hier gingen wir noch in ein kleines Café, das mit vielen alten Sachen dekoriert war, beispielsweise mit Gemälden, Porzellan, Kerzenhaltern und altem Messinggeschirr. Auf dem Rückweg nach Rindby beschlossen wir noch eine kleine Dünenwanderung zu machen. Wegen dem sehr hohen Gras, waren unsere Hosen innerhalb weniger Minuten nass. Dann fing es auch noch an zu regnen. Als wir wieder beim Auto ankamen waren wir durchnässt. Na ja, das musste wohl auch noch sein, gehört schließlich irgendwie zu einem Lager dazu. Am Campingplatz gingen wir erst alle warm duschen, bevor wir uns ans Kochen machten (Gröstl). Gegessen wurde dann im TV-Raum des Campingplatzes. Den Abend verbrachten wir teilweise hier, zu späterer Stunde dann, mit Country Roads am Strand…

Donnerstag, 19.7. 

Obwohl es letzte Nacht doch relativ spät geworden war, schafften wir es in der Früh zu unserer üblichen Zeit aufzustehen. Zum ersten Mal hatte es in der Nacht nicht geregnet, unsere Zelte waren also trocken, was uns später beim Abbauen natürlich sehr gelegen kommen würde. Aber zu früh gefreut. Während dem Frühstück fing es an sehr stark zu regnen, so stark, dass wir uns irgendwo unterstellen mussten. Der Kofferraumdeckel, unter dem wir sonst immer standen, hielt leider nicht allzu viel ab und im Auto war kein Platz, da unsere Reisetaschen auf den Sitzen lagen. Gott sei Dank waren unsere Nachbarn so nett und ließen uns im Vorzelt ihres Wohnwagens weiterfrühstücken. Ansonsten wären wir wohl nochmal so nass geworden wie am Vortag, nur dieses Mal hätten wir keine Zeit mehr gehabt unser Gewand zu trocknen, weswegen wir dann unser bereits schmutziges Gewand hätten anziehen müssen. Nicht, dass das andere Gewand noch ganz sauber ist (das ist nämlich nach zwei Wochen Lager nicht mehr möglich), aber immerhin so sauber, dass wir die anderen Leute im Flugzeug nicht völlig verschrecken würden. Unsere Zelte waren jetzt natürlich klatschnass, was vor allem die freute, die sie in ihre Taschen packen mussten. Auf unserem Weg nach Hamburg fuhren wir noch in die älteste Stadt Dänemarks, Ribe. Die Stadt selbst wäre sicherlich ganz schön anzuschauen gewesen – es gab viele wirklich alte Fachwerkhäuser – nur leider hatten wir weder genug Zeit, noch Lust länger durchzugehen. Wir waren einfach zu müde. Also machten wir uns nach einer kleinen Runde und Mittagessen wieder auf den Weg Richtung Hamburg. Dort ging es zum Flughafen, wo wir ganz sandlermäßig irgendwo auf einem Parkplatz unsere Taschen packten, das Auto putzten und es dann zurückgaben. Danach brachten wir unsere Taschen zum Vorabend-Check In (unser Flug ging nämlich um 6:00 in der Früh) und dann ging es endlich auf der Suche nach einem Lokal in die Stadt. Wir fuhren ins Schanzenviertel, wo Dani ein Lokal aus dem Reiseführer herausgesucht hatte. Das war aber leider gerade voll und da wir noch eine Stunde auf einen Tisch warten mussten, gingen wir in der Zwischenzeit noch in ein kleines Café/Bar. Dort aßen wir schon mal Antipasti. Um 23:00 bekamen wir dann endlich einen Platz in dem anderen Lokal – das hatte übrigens von 17:00 bis 14:00, also die ganze Nacht über geöffnet. Wir aßen Steak, Fisch und diverse verschiedene Arten Schnitzel. Nach dem Essen schliefen wir dann beinahe ein (es war aber auch schon spät, 0:30 oder so), schafften es dann aber uns aufzurappeln und beschlossen nach einiger Diskussion doch noch auf die Reeperbahn zu schauen. Also gingen wir Richtung St Pauli, wo wir die Reeperbahn einmal hinunter und wieder zurück gingen. Allzu viel war nicht los, war aber auch nicht anders zu erwarten gewesen, denn es war ja mitten unter der Woche. Trotzdem war es echt cool die Reeperbahn mal bei Nacht zu sehen, mit den ganzen bunten Leuttafeln und den (lustigen) Geschäften für Erwachsene…

Freitag, 20.7. 

Mit dem nächsten Nachtbus fuhren wir dann zum Flughafen. Dort setzten wir uns in den nicht geschlossenen Teil des Flughafens und warteten – teilweise schlafend – darauf, dass wir zur Sicherheitskontrolle und zum Gate gehen konnten. Dort bekamen wir sehr zur Freude von Kathi und Clemens noch mal eine „Bild“. Um 6:00 ging unser Flug, dieses Mal direkt ohne Zwischenlandung und Umsteigen. Nach etwa einer Stunde, während der wir fast alle tief und fest schliefen, kamen wir in Wien an. Zwar waren wir alle nach diesen 14 Tagen sehr erschöpft, dafür haben wir wirklich viel gesehen und erlebt. Und irgendwann ist halt jedes Lager vorbei. Auch wenn wir uns alle, besonders Matthias und Clemens, die ganze Zeit fragten: „WIESO?“