Z’was 21

Hallo.
Ich bin kein Chatbot.
Ich bin kundig.
Bist du auch kundig?
Kennst du die richtige Aussprache des oben genannten Titels?
Nein?
Dann hast du dir bislang noch keine gescheite Sommerlagergeschichte angehört.
Von niemandem.
Nicht von deinen Kindern.
Nicht von anderen Eltern.
Und vor allem nicht von mir.

Dass Pfadfinderei nicht nur im Kindes- und Jugendalter oder als Leiter*in stattfinden kann, durfte und darf ich am eigenen Laib erleben. Seitdem ich mich durch meinen Nachwuchs mehr meiner Vaterrolle als dem Leiten und Begleiten widme, habe ich für mich diese Lücke entdeckt und schätzen gelernt. Auf dem Gruppensommerlager 2021 habe ich eine Rolle übernommen, die Ausgangspunkt und Ende einer Geschichte in der Geschichte ist. Viel Freude beim Lesen!

Beginnen wir gleich einmal mit einer Auflösung. Z’was spricht man in etwa so aus, wie Servas, nur nicht ganz so sauber. Die phonetischen Ausprägungen variierten am Lager zwischen der Variante Schönbrunner Deutsch und dem frühmorgendlich schlaftrunken Gehauchten. Beides hat seinen Reiz.

Das Sommerlager stand also unter dem Stern der Begegnung, der Zusammenkunft und der Begrüßung. Ich in meiner Rolle hingegen extrahierte in den langen Nächten des Listenschreibens und des Umhertragens prall gefüllter Lebensmittelkisten eher die ursprüngliche Bedeutung und fühlte mich in meiner Funktion eher zu Diensten berufen als im Rufe gegrüßt.

Was sicherlich auch dazu beigetragen hat, dass mir nicht jedes Detail aller Stufenprogramme vollends in Erinnerung geblieben ist. Egal, was mir einfällt, schreib ich auf.

Wovon es, wie stets, genug gab, waren Spiele, Lagerfeuer und Lagerbauten. Und gutes Essen. Und damit dieses auch zubereitet werden kann, braucht ein solches Großlager mit durchschnittlich 115 Lagerteilnehmenden auch eine gescheite Infrastruktur mit einem entsprechenden Team, das sich um Einkauf, Lagerhaltung, Inventur, Einkisteln, Kochen und Zusammenräumen beschäftigt. Und hin und wieder auch mit dem spontanen Zusammenstellen feinster Gourmeemenüs, wenn mal das vergrabene Erdhuhn nicht so recht geworden sein wollte.

Zusammenfassend können wir uns darauf berufen, und mit Zahlen, Daten und Fakten nicht geizend, für folgendes verantwortlich gewesen zu sein:

  • € 10.000,- für Verpflegung ausgegeben
  • Vorrangig von regionalen Unternehmen und Bio-Ware gekauft
  • Täglich zumindest eine vegetarische oder vegane Speise
  • Nur 15 Einkaufsfahrten mit Gesamtkilometern von 120 km
  • 200 Gemüsekisten voll mit Lebensmitteln
  • Ein Gesamtgewicht von rund 1,5 Tonnen.

Und da sind Erfrischungsgetränke nocht nicht eingerechnet 😉

Die dadurch gewonnenen Eindrücke waren überwältigend und haben auch bei meiner ganzen Familie (+ 2 Kinder), die mich aufs Lager begleitete, mächtig Eindruck hinterlassen. Den Spirit, den ich auf diesem Lager genossen habe, hat mir wieder vor Augen geführt, warum ich diese anstrengende Arbeit so bereichernd finde. Es sind die Menschen, die hinter und vor allem stehen. Die Teilnehmenden im Alter von 7-21, die Leiter*innen und die Atmosphäre, die wertschätzend, streitbar und freudvoll ist. Das alles kannalisiert sich tagtäglich in reichhaltigem Programm, bei Wind, Wetter und -leuchten.

Bei Ausflügen und Badespaß.
Bei Gesang und Gastfreundschaft.
Bei Geländespielen und Spirieinheiten.
Bei Zelt, Schlafsack und Unterlagsmatte.
Bei Gesprächen und Gedanken.
Bei Kaffee und Kuchen.
Bei Feuer und Flamme.
Bei dir und bei mir.

Hallo.
Ich bin kein Chatbot.
Ich bin Pfadfinder*in.
Ich war bin dabei.

Ach übrigens, wer als erste*r die drei Rechtschreibfehler gefunden hat und mir die falschen Buchstaben hintereinander nennen kann, darf mir ein E-Mail an ralf@32er.org schreiben und bekommt eine kleine Überraschung.

Na servas!
Ralf

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