Wie in so vielen anderen Lebensbereichen, ist auch bei den Pfadfindern in den letzten Tagen durch die Empfehlungen der Bundesregierung einiges anders als zuvor. „SOFORTIGE EINSTELLUNG HEIMSTUNDENBETRIEB – Corona-Virus“ lautete der bedrohliche Titel eines Beitrags auf unserer Website. Auch Veranstaltungen wie Lager, Leiter-Klausur oder unser geplanter Charity-Run „LAUF M!T SiNN“ wurde abgesagt. Zuerst dachten wir: „Das war’s jetzt für einige Zeit.“
Aber dann…

… dann bekam ich von Stoffl eine Mail mit dem Betreff „unser erstes Meeting“…
Erster Gedanke: Echt jetzt? Wie oft sind wir schon Nächte lang miteinander irgendwo gesessen um ein Lager zu planen, oder Trouble-Shooting zu betreiben. Und jetzt das… „erstes Meeting“… Ein Hohn. Allerdings trieb mich die Neugier dazu, den angehängten Link anzuklicken, dann verstand ich, war gemeint war – es ging also um ONLINE-Meetings. Das war tatsächlich neu. Was dann passierte, war der Beginn einer wunderbaren neunen Pfadfinderwelt. Ein paar Testvideokonferenzen später (erst zu zweit, dann zu viert,… ) war die erste Heimstunde quasi fertig geplant.
4 Tage danach fand die erste Onlineheimstunde der Pfadfindergruppe 32 statt. 20 Wichtel und Wölflinge (Kinder zwischen 7 und 10 Jahren) und unsere Online-Pioniere, das gesamte Leiterteam dieser Altersstufe, sowie einige Zaungäste wie ich flimmerten pünktlich zum üblichen Heimstundentermin über den Bildschirm meines Laptops. Ein großartiges Gefühl. Was folgte, war eine eigentlich ziemlich normale Heimstunde, wie sie an beliebigen Montagen davor auch hätte stattfinden können, nur dass eben jeder bei sich daheim über Handy, Tablet oder Laptop dabei war. Und doch war das Gemeinschaftsgefühl das gleiche, wenn nicht sogar noch ein wenig intensiver. Wir-trotzdem-gemeinsam.

Bereits am nächsten Abend fanden zwei weitere Heimstunden anderer Altersstufen statt und ab dieser Woche können wir stolz verkünden: Wir fahren unseren ganz normalen Pfadfinderbetrieb – nur eben online. Und so bemühen wir uns, in diesen herausfordernden Zeiten für unsere Kinder und Jugendlichen da zu sein und wenigstens bei den Pfadfindern ein normales (Online)-Leben zu ermöglichen.

Stolz, ein Online-32er zu sein – Bernhard

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