GuSp Sommerlager „PUR“

Seit mindestens sieben Jahren gab es organisationsbedingt kein rein stufeninternes Sommerlager – dieses Jahr war es endlich soweit: GuSp only oder von uns liebevoll GuSpur genannt: Juhu! Wir fahren allein auf Sommerlager! Es war sehr „lässig und leger“, wie wir so gern sagen.

Die Herausforderungengusp-sola08-laus

Auf jeden Krisenfall waren wir vorbereitet. Die unerwartet vorhandene Baustelle nebenan begrüßten wir jeden Morgen lautstark; die nicht vorhandenen Schwartlinge, die wir sonst immer als Küchenplatten verwendeten, wurden flugs durch herumliegende Spanplatten ersetzt; erste Spannungen zwischen den Kindern waren tags darauf gelöst und die Kinder den Rest des Lagers gute Freunde. Was kann da schon noch passieren? Nun ja: einige Guides entdeckten Mitte der ersten Woche Kopfläuse… Das war wohl der Gipfel der Komplikationen. Und auch diese ließen sich mit etwas zusätzlichem Einsatz von Pfadfinderführern und Eltern lösen (Danke!). Schnell schnitzte ein Späher einen Läusestab, um die Milliarden GuSp-Haare leichter durchsuchen zu können, die flinken ZBVs holten Lausshampoo aus der Apotheke und das fröhliche Lausen und Waschen ging los. Einige Kinder mussten dennoch übers Wochenende zum Waschen nach Hause fahren. Den Höhepunkt des „Läuselagers“ bildete die Kinder-am-Haarschopf-erkennen-Wette beim „Wetten dass…?“ am letzten Lagerfeuer. Aber ich „Lausgeschädigte“ werde wohl jetzt von anderen Dingen berichten, denn am PUR 08 ist noch einiges mehr passiert, das zu erzählen sich lohnt!

Unser Lagerplatz

Die fünf Guides- und Späherpatrullen fuhren am 28.6.08 von Wien-Westbahnhof mit kleinem Gepäck los, denn die großen Rucksäcke fuhren diesmal mit dem Materialtransporter mit. Am zweiten Tag standen bereits die drei Kochstellen (davon zwei Doppelkochstellen). Jede Patrulle hatte eine Feuerstelle, auf der immer wieder auf offenem Feuer gekocht wurde. Christian baute noch einen Riesenfahnenmast, Bär-Wiesel einen Zaun für ihren Patrulllagerplatz, die Weißen Turmbiber eine eigene Wäscheleine, und Wolf und Fuchs eine Sitzbank. Unser Lagerplatz wurde am Spezitag noch durch eine tolle Hollywoodschaukel von den Pionieren John und Maxi und in der zweiten Woche durch zwei Seilschaukeln „gepimpt“. Begeistert waren alle auch vom „Ort der Ruhe“ am versteckten Hügel hinterm Haus und vom Bach, der unseren Lagerplatz begrenzte.

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 Was so alles war

Gleich am ersten Abend gab es ein tolles Lagerfeuer mit Gesang und Tanz, und am dritten Tag ein Anschleich-Geländespiel – Mädchen gegen Mädchen und Buben gegen Buben. Die Weißen Turmbiber beschrieben es in ihrem Logbuch so: „…dass eine Gruppe einen Kreis bildete und die Augen verbunden hatten. Die andere Gruppe versuchte, sich anzuschleichen und die Kerze auszublasen, die vor jedem stand, der mit verbundenen Augen dasaß. Die Gruppe, deren Augen verbunden waren, konnte sich mit Spritzen „verteidigen“. Nach dem Geländespiel durften wir die Nacht draußen verbringen.“ Da gab es die „Nacht unter Sternen“, wobei unsere nachtleuchtenden Sternenkarten uns die bekannten Sternbilder wiesen.

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Tags darauf überfielen die GuSp den Ort und erkundeten ihn, und anschließend gingen wir zum Austoben ins Schwimmbad, was herrlich war. Weil an diesem Tag die erste Kopflaus auftauchte, war am nächsten Tag Ganztagslausen angesagt. Da der Wetterbericht Sturm ankündigte, verschoben wir unsere Zweitageswanderung vorerst und hatten stattdessen Spezitag: Waldkraft – das neue „Überleben“ – bot Gelegenheit, sich im Survival zu üben und einen Unterstand zu bauen. Die Köche bereiteten uns zwei leckere Mahlzeiten zu, die Pioniere bauten wie gesagt die Schaukel, die Journalisten bastelten an einer Lagerzeitung, der „Lauszeit“, die Beschleicher hielten sich den ganzen Tag im Wald auf, und die Gastgeber bereiteten eine Party für den Abend vor und luden dann alle zum Essen, Trinken und (Schau-)Spielen ein. Dieser Abend wurde nur ein wenig getrübt, weil acht Kinder samt Läusen heimfuhren. Als reduzierter Trupp gingen wir am Tag darauf auf Tageswanderung, die Weißen Turmbiber schrieben: „Heute sind wir zu dem „großen Wasserfall“ gewandert. Groß unter „ , da er so was von nicht groß war.“. Er war hoch, aber wirklich nicht groß – und wir wussten jetzt, wie weit uns unsere Füße trugen…

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Auf Ausflug

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Am darauf folgenden Tag sind wir dann nochmal „urlang“ (=1,5h) gegangen. „Dafür war das Ziel ur-cool“ (W. Turmbiber). Dort, in Türnitz, gab es eine Sommerrodelbahn, den Eybl-Jet, da durfte jeder 2x fahren. Anschließend waren wir bei einem kleinen See, da gingen wir bis zu den Knien hinein, fingen süße Babyfrösche und bauten ihnen ein Zuhause in einer Frisbeescheibe. Zurück fuhren wir dann aber mit dem Bus.

Am nächsten Tag war Patrulltag, da machten die Patrullen ihr eigenes Programm. Das war für die Pfadfinderführer sehr angenehm, sie hatten da einen Nachmittag „frei“. Die meisten GuSp hielten sich am Bach oder im Wald auf. Die Mädchen waren handwerklich aktiv und bemalten Steine oder bastelten Tonfiguren. Anschließend gab es eine wilde Wasserschlacht mit Wasserbomben, den großen Lavoirs und den Wasserspritzen, die wir fürs Brandlöschen jederzeit bereit hatten.

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Den Tag darauf nannten wir „Lagerplatztag“, leider regnete es wieder einmal. Wir spielten auf der Blumenwiese hinter der Baustelle und am Nachmittag gab es Pfadfindertechnik-Workshops rund um den Lagerplatz zur freien Einteilung: Bei Adi konnte man mit Flaggen Morsebotschaften übermitteln. Kati hatte eine Bodenzeichenspur durch den Wald gelegt, der man folgen konnte. Bei Elisabeth wurden Minifloße gebaut und am Bach ins Rennen geschickt. Ralf gab Anleitung zum Bau einer Sonnenuhr. Und mit Markus übte man sich im Feuermachen – mit einem Streichholz und nassem Holz. Wir trotzten dem nassen Wetter und hatten viel Spaß.

Auf Wanderung

Auch wenn alle sagten, dass es anstrengend war, so war sie doch wieder toll und machte Spaß: die 2-Tages-Wanderung. Am ersten Tag bekamen die Patrullen Wegbeschreibungen, Kompass und Karte und mussten alleine den Weg von ihrer Bahnstation bis fast auf die Schutzhütte der Reisalpe finden. Das gelang allen sehr gut und war ein Abenteuer für sich. Patrulle Wolf adoptierte ein Vogelbaby, Emil, das aus dem Nest gefallen war. Alle waren traurig als wir es abends wieder aussetzten, denn es fraß nichts, das wir ihm gaben.

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Die Nacht auf der Hütte war natürlich etwas Besonderes: Abends spielten wir am Gipfel im Freien, konnten die Bergwelt der Voralpen in der Dämmerung genießen und sahen einen tollen Regenbogen. Wir spielten Karten und Werwolf. Und wir konnten endlich wieder einmal in weichen Betten schlafen! Als Draufgabe kochte uns der Hüttenwirt Martin leckere Pfannengerichte am Abend und morgens danach ein leckeres Frühstück. Der Heimweg nach Lilienfeld führte uns über den Muckenkogel über die Berge. Das war sehr anstrengend, dafür war der nächste Tag zum Ausschlafen reserviert und die ZBVs Roman, Anita und Christian lockten am Nachmittag auf ein Geländespiel in den Ort.

Das Ende

Nach einem blitzschnellen Lagerabbau huschten wir noch ein letztes Mal ins Freibad (und auch das Wärmegewitter konnte es uns nicht vermiesen!) und hatten noch ein prächtiges „Karolus“-Lagerfeuer am Abend. Die letzte Nacht sollte vielen gut in Erinnerung bleiben: Die Älteren durften Wache am Feuer schieben und gegen Mitternacht herum gab es noch eine Schatzsuche! Die Härtesten von uns (oder die Muntersten) schlichen sich an Knicklichter am Ort der Ruhe heran und wagten mit klopfendem Herzen eine Mutprobe rund um den Friedhof.

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Das wars dann auch schon wieder, zwei Wochen gehen viel zu schnell rum! Tausend Dinge hätten wir noch machen können! Aber jede Menge haben wir umgesetzt und ein tolles Erlebnis daraus gemacht – für 28 GuSp, 5 GuSp-Führer und insgesamt 5 ZBVs!

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 Es hat uns Spaß gemacht… …aber jetzt müssen wir uns ausruhen!
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Schöne Ferien!