| Buben- und Mädchenlager |
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| Geschrieben von Kati und Gerrit | |
| 13.03.2010 | |
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Also, wer sich mit diesem Bericht Einblicke in die Seele der Frauen oder der Männer erwartet, legt die Latte etwas zu hoch. Wir können nämlich gut schweigen über die kleinen Besonderheiten und Geheimnisse unseres Tuns und Lassens auf Pfadfinderlagern. Aber alles andere, das steht hier schon im Artikel drin… Vielleicht interessiert es euch, wie es dazu kam, so ein „gender“-spezifisches Lager zu machen? Dazu müssen wir ein bisschen ausholen. Natürlich führt uns auch im Pfadfindersein der Weg am großgeschriebenen I im Text vorbei. Das ist zwar schön für die Meinungsbildung aber weniger aufschlussreich über unser Handeln und Sein. Denn überall gibt es die vorhandenen, mehr oder weniger offensichtlichen kleinen Unterschiede zwischen Frau und Mann – auch auf Pfadfinderlagern. Wir alle erfahren das selbst im täglichen Zusammenleben. Außerdem haben wir 32er seit einer Weile eine Vision, in welcher u. a. die Idee enthalten ist, immer wieder Neues auszuprobieren. Da ist es nahe liegend, den Buben und Mädchen einmal die Gelegenheit zu geben, nur mit ihresgleichen Zeit zu verbringen, damit auch auf den Genderaspekt einzugehen und etwas Neues zu wagen. So fuhren die Mädchen nach Biedermannsdorf und die Buben ins Wassergspreng separat auf Lager. Auf den Lagern selbst gab es die üblichen Pfadfinderaktivitäten. Da durften Spiele, ganz besonders Geländespiele, Kreatives Tun und das Kritische Auseinandersetzen mit sich, der Umwelt und dem Abenteuer nicht fehlen. Und das Geschlechtsspezifische am Lager? Beim Planen haben wir uns ein bisschen an unsere eigenen Wünsche als Frau bzw. Mann und an die Wünsche der Kids und Jugendlichen gehalten – und ein bisschen spekuliert. So war das Programm ein Mix aus geschlechtstypischen aber auch geschlechterübergreifenden Interessensbereichen. Die Mädchen begannen das Lager zuerstmal mit Spielen, und stiegen hier schon in die Materie ein (z.B. mit dem Spiel "Schnapp dir eine Frau"). Nachmittags nahmen sie an Workshops zu Naturkosmetik, Styling am Lager und Lederkunsthandwerk teil, bevor sie zum „Dinner in the dark“ geladen wurden und ihre Sinne im Dunklen neu kennen lernten. Am Abend tricksten sie als Zauberschülerinnen in Hogwarts die Hexen von Eastwick aus und brachten beim Lagerfeuer im Schnee Milch-Geheimschriften oder eigentlich Rezeptteile zum Vorschein. Auf den Fotos in der Galerie seht ihr uns auch beim Lagertanz (zu „Girls, girls, girls“ von Sailor) und spielend beim Schmugglerspiel am Morgen. Der Sonntagvormittag dann war chillig – so wie wir es lieben. Wir probierten Yoga mit Nina, einer ehemaligen 32er-Führerin, aus und setzten uns in den Stufen mit dem Frausein und seinen Besonderheiten (am Pfadfinderlager und im Alltag) auseinander. Aber über Letzteres schweigen hier in der Öffentlichkeit lieber, da war sehr viel Privates und Persönliches dabei. Die Buben konsumierten währenddessen erstmal einen relativ klassischen Benimm-Kurs. In einem eigenen Workshop nahmen sie mehr oder weniger klassische Männerrollen ins Visier, relativierten diese wieder und nahmen daraufhin die Gelegenheit wahr, eine zeitlang ihrem klassischen Männerdasein zu entfliehen. Danach wurden gemeinsam Koteletts, sensationelles Dönerfleisch und Erdäpfelgratin bei Schneefall auf offenem Feuer zubereitet und mit Hochgenuss im Haus verzehrt. Am Abend stand das Wetten am Programm, wo jeder zeigen konnte, was er konnte und am Ende doch nur ein einziger Bursche reich an Spielgeld war. Und natürlich der Buchmacher. In der Nacht wurden dann alle noch einmal geweckt – Nachgeländespiel. (Nur Fabian war einfach nicht aufzukriegen.) Am Sonntag gaben sich die Buben nach einer Morgenandacht noch ein Pompfballturnier – sowas können echt nur Buben spielen. Fix. (zu den Fotos ) Und das Fazit aus den Lagern? Wir alle haben diese vertraute Gemeinsamkeit auf unseren Lagern genossen! Es gab genügend Raum und Zeit, um sich selbst und die anderen LagerteilnehmerInnen neu kennen zu lernen und sich auszutauschen. Und zum Schluss? …fuhren wir mit dem Gedanken heim, dass es zwar schön ist, Zeit nur unter Mädchen bzw. nur unter Burschen zu verbringen und wir das gerne wiederholen möchten, wir aber das nächste Mal doch lieber gemeinsam fahren. Ganz nach dem Yoga-Prinzip „Mond und Sonne“: Das Männliche und das Weibliche ergänzen sich – und wir brauchen auf Dauer beides. |







